Wie sollte ich mich jetzt fühlen? Traurig, heiter, betrübt, glücklich? Was denken die anderen? Ich sollte mich nicht mit den anderen beschäftigen! Wie geht mein Leben weiter, ja meines, mein Leben. Wie wird es sich für meine Mama auswirken? Egal, ich bin mein eigener Herr! Ach nein, meine Vorgesetzten sind meine Herren. Ich will einfach nur weg, ich werde gehen, wohin weiß ich noch nicht, vielleicht nach Asien, oder auch nur bis auf den Grund des nächsten Sees, auf jeden Fall wird es ein beschwerlicher Marsch zu meinem Ziel.
Wozu bin ich hier, so wie ich bin? Es ist doch sowieso nur eine vorübergehende Situation, ein unscheinbar kleines Stück eines großen Etwas, so ist die Gesellschaft, als würde man versuchen den Mond zu finden wenn man eine plastische Zeichnung einer beliebigen Galaxie vor sich sieht.
Was macht es schon, dass eines ihrer Individuen nicht mehr aus eigener Kraft sein Dasein weiter führt?
Nichts, das Bild gleicht einer großen Masse, welche sich durch ein enges Tor drängt und alle mitführt und teils auch verletzt, die sich in ihr aufhalten. Ich will hier raus, dieser Raum wird mir zu eng, ich fühle mich wie ein Fremdkörper an diesem Ort, denn ich will nicht in die Richtung die die Masse eingeschlagen hat, zumindest nicht die Richtung dieser Masse.
Ich kann meine Probleme nicht gut beschreiben, darum fällt es mir ausgesprochen schwer anderen diese zu erläutern, meistens artet es darin aus, dass sie versuchen mir Mut zu zusprechen, oder sie verstehen worauf ich hinaus will und ich wehre ihre Motivation ab. Ich kann daraus noch keine klaren Schlüsse ziehen, vielleicht behindere ich mich hierbei aber auch selbst. Ich weiß es nicht und kann es noch weniger beurteilen wie gut oder schlecht es mir im Moment geht. Ausgerechnet ich, war ich doch immer so stolz darauf vor allem Objektiv zu urteilen und nicht in den subjektiven Trott der Allgemeinheit zu verfallen, ausgerechnet ich kann mich selbst nicht einmal mehr in positiv oder negativ einschätzen. Es ist einfach ein Zerwürfnis geworden, ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen und bin immer mehr damit beschäftigt, irgendwie einen Grund für meine Tätigkeit zu finden, doch je mehr ich darüber nachdenke wozu es noch die Wehrpflicht gibt, umso mehr komme ich zu dem Schluss, dass dieses Instrument des Staates keinen weiteren Sinn mehr in unserer modernen Gesellschaft hat. Statt dessen betrachte ich es mehr als ein Relikt aus den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, als es vor allem darum ging zu verhindern, dass Deutschland jemals wieder eine Armee aufstellen wird, die einen Angriffskrieg führen kann. Abgesehen, davon, dass wir heute eine Bundeswehr haben, deren Tagesgeschäft genau jener Angriffskrieg zu sein scheint, wenn man sich einmal ansieht, in welchen Regionen auf der Erde die Deutschland militärisch aufgestellt ist. Zudem sehe ich nicht mehr den Grund unbedingt eine Armee im eigenen Land zu unterhalten, welche diese Größe hat, da wir in ganz Europa keinen Feind mehr haben, sondern im Gegenteil nur noch Verbündete vorweisen können. Oder anders gesagt, die Bundeswehr ist eines der größten Problemkinder Deutschlands seit sich die Bedrohungslage aus dem Osten neutralisiert hat und sollte meiner Meinung nach auch entsprechend modernisiert werden, bezüglich Verwendung, Truppenstärke und Erhaltung.
Ich danke Ihnen, dass Sie dieses Essay so weit gelesen haben und möchte darauf verweisen, dass ich in näherer Zukunft noch einmal Stellung dazu nehmen werde!
Felix Nehrke

